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Labrador Impfungen – Was ist nötig, welche Impfung ist nicht sinnvoll?


Für den Labrador sind dieselben Schutzimpfungen notwendig wie für Hunde anderer Rassen. Es gibt zwar einige rassetypische Erkrankungen des Labradors, allerdings handelt es sich bei diesen nicht um Infektionskrankheiten.

Eine Schutzimpfung speziell für Labradore existiert also nicht. Aber selbstverständlich muss auch der Labrador gegen eine Reihe gefährlicher Krankheiten geimpft werden.

Impfung – ja oder nein?

Als Faustregel für das Impfen gilt: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Es gibt Impfungen für Hunde, die sozusagen zum Pflichtprogramm des Hundebesitzers gehören.

Den Hund gar nicht impfen zu lassen, stellt ein großes Gesundheitsrisiko (nicht nur) für den eigenen Hund dar. Darüber hinaus werden auch andere Tiere gefährdet, die von dem erkrankten Tier angesteckt werden könnten.

Labrador Impfung
Es ist umstritten den Labrador zu impfen. Allerdings ist nicht umstritten ob er geimpft wird, sondern gegen was der Hund geimpft werden sollte.

Es gibt deshalb die sogenannten Pflichtimpfstoffe (Core-Vakzine), mit denen alle Hunde geimpft werden (sollten). Die Core-Impfungen dienen dem Schutz der gesamten Hundepopulation.
Gesetzlich vorgeschrieben ist allerdings nur die Tollwutimpfung, und dies auch nur, falls der Hund Landesgrenzen überquert. Dabei muss man sich nach den Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes richten. (Siehe weiter unten: EU-Heimtierausweis.)
Daneben existieren Impfungen, die nicht bei jedem Hund notwendig oder empfehlenswert sind. Es hängt von den Haltungsbedingungen und den Lebensumständen des Hundes ab (Alter, Konstitution, individuelles Infektionsrisiko, …), ob diese Impfungen in Erwägung gezogen werden sollten.

Diese Impfstoffe sind die Non-Core-Vakzine oder Wahlimpfstoffe. Darunter existieren einige Impfungen, deren Nutzen umstritten ist.

Sonderfälle sind chronisch kranke Hunde, extrem alte Tiere sowie Hunde, bei denen schon einmal Impfkomplikationen aufgetreten sind. Als Besitzer eines solchen Tieres lässt man sich am besten gründlich vom Tierarzt beraten, wenn eine Impfung ansteht.

Was ist bei JEDER Impfung zu beachten?

Ganz wichtig: Der Hund muss gesund sein, wenn er geimpft wird. Nur bei einem gesunden Tier mit intaktem Immunsystem kann sich anschließend ein Impfschutz aufbauen. Das heißt auch, dass der Hund zum Zeitpunkt der Impfung frei von Parasiten sein muss.
Eine „Wurmkur-auf-Verdacht“ wird von manchen Hundebesitzern abgelehnt. Dennoch sollte sichergestellt werden, dass der Hund zum Zeitpunkt der Impfung wurmfrei ist.

Gegebenenfalls kann man den Hund auf Würmer testen lassen (Kotprobe), bevor ein Entwurmungsmittel verabreicht wird. Die Wurmkur findet vor der Impfung statt. Mindestens eine Woche Zeit, besser zwei Wochen, sollte man vor dem Impftermin für die Entwurmung einplanen.

Stellt sich während der Wurmkur heraus, dass tatsächlich ein Wurmbefall vorliegt, so wird die Wurmkur wiederholt. Der Impftermin verschiebt sich dadurch nach hinten.
Der Hund muss auch frei von Flöhen und Milben sein, denn jeder Parasitenbefall schwächt das Immunsystem. Wird ein Hund dennoch geimpft, ist die Impfung oftmals wirkungslos. Schlimmstenfalls führt eine Impfung bei einem bereits kranken Tier zu weiteren Krankheitssymptomen.
Auch ein starker Zeckenbefall belastet ein Tier. Allerdings wird ein Haushund (hoffentlich) regelmäßig nach Zecken abgesucht und die Zecken entfernt. Zu einem so starken Befall, dass die Impfung wegen Zecken verschoben werden muss, sollte es also nicht kommen.

Ein bis zwei Zecken vom letzten Waldspaziergang, die der Besitzer noch nicht „erwischt“ hat, sind für die Impfung kein Hindernis. Ist der Hund allerdings an Borreliose erkrankt, so hat eine Impfung bei dem akut kranken Tier keinen Sinn.
Ein Tierarzt wird einen Hund vor der Impfung immer noch einmal untersuchen. Hat der Hund Fieber oder erhöhte Temperatur, so ist dies ein Warnsignal.
Auch bei chronisch kranken Tieren ist eine Impfung nicht unbedingt angebracht. In solchen Fällen solltest Du Dich vom Tierarzt beraten lassen.

Was ist die Grundimmunisierung?

Die Grundimmunisierung beginnt im Welpenalter durch den Züchter. Im Alter weniger Wochen (abhängig vom Impfstoff) wird ein Labrador Welpe zum ersten Mal geimpft. Bei manchen Impfstoffen sind mehrere Teilimpfungen in bestimmten Zeitintervallen nötig.

Dabei macht das Immunsystem des Welpen zum ersten Mal „Bekanntschaft“ mit den Krankheitserregern. Bei den meisten gängigen Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe (abgetötete Bakterien/Viren oder Bestandteile von diesen).

Die Impfung hat als Ziel im Körper Antikörper zu bilden.
Wird der Labrador geimpft, bildet er Antikörper aus.
Falls er später tatsächlich von den Krankheitserregern infiziert wird, stehen die entsprechenden Antikörper schon bereit. Das Immunsystem des geimpften Hundes kann die Infektion besiegen, bevor sich Krankheitssymptome entwickeln.

Das Immunsystem des Welpen bildet daraufhin Antikörper gegen die Erreger. Wenn der Hund später tatsächlich mit diesen Erregern infiziert wird, so machen seine Antikörper die Krankheitserreger schnell und effektiv (Dank des vorherigen Trainings durch die Impfung) unschädlich.

Der Hund erkrankt nicht, solange der Impfschutz besteht, d. h. solange er über genügend Antikörper verfügt. Damit diese Basis-Immunität aufgebaut wird, darf man bei einem Welpen keine Impfung verpassen.

Wechselt ein Hund im Welpenalter den Besitzer, sollte der Impfplan durchgesprochen werden.
Typisch wären:

  • 1-2 Impftermine zur Frühimmunisierung besonders gefährdeter Welpen im Alter von 3-4 Wochen,
  • 3 Impftermine für die Grundimmunisierung im Alter von 8-16 Wochen
  • 1 Impftermin zum Abschluss der Grundimmunisierung im Alter von 15 Monaten

Was ist eine Wiederholungsimpfung?

Nach der Grundimmunisierung müssen die Impfungen aufgefrischt werden, damit der Impfschutz stark genug bleibt. Dazu reicht eine geringere Dosis des Impfstoffs, um die Antikörper-Produktion zu „boosten“.

Bis vor einigen Jahren hat man alle Impfungen jährlich aufgefrischt. Diese Impfpraxis ist inzwischen umstritten. Manche Tierärzte halten sie für eindeutig überholt. Beispielsweise die Autorin des Buches „Hunde würden länger leben, wenn … Schwarzbuch Tierarzt“ lehnt diese Methode vehement ab. Siehe hier

Zu häufiges Impfen belastet den Hund und schadet mehr, als dass es nützt. Am besten ist es also, so selten wie möglich zu impfen.
Allerdings ist unklar, wie lange der Impfschutz währt.

Die Länge des Impfschutzes schwankt vermutlich von Hund zu Hund und von Impfstoff zu Impfstoff.

Die Empfehlungen für manche Impfstoffe liegen mittlerweile bei einem Intervall von zwei bis drei Jahren.
Ein typisches Impfschema wäre zum Beispiel, gegen die Leptospirose jährlich zu impfen, während die Kombinationsimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Tollwut nur alle drei Jahre gegeben wird.


Folgende Impfungen gehören zu den Pflichtimpfstoffen:

Staupe (Canine Distemper)

Staupe-Virus-Hund
Histologisches Präparat aus der Lunge eines Afrikanischen Wildhundes mit Staupe.

Staupe macht sich durch hohes Fieber und Apathie bemerkbar, eventuell in Kombination mit Durchfall, Erbrechen oder Atemwegsproblemen.

Die Staupe wird durch Viren verursacht, die neben Hunden auch Marder, Waschbären, Frettchen und andere Tiere befallen und von diesen übertragen werden können.

Falls die Viren sich bis ins Nervensystem des infizierten Tieres ausbreiten, verläuft die Krankheit faste immer tödlich. Meist sogar ohne je eindeutige Symptome gezeigt zu haben. Andere häufig betroffene Regionen sind Lunge und Verdauungstrakt.

Leider ist das Staupevirus sehr aggressiv und darüber hinaus noch leicht übertragbar. Eine Ansteckung ist direkt oder indirekt möglich:

  • Kontakt zu kranken Tieren (nicht nur anderen Hunden)
  • Über geteilte Fress- und Trinknäpfe
  • Andere kontaminierte Oberflächen (die Viren werden mit den Körperflüssigkeiten ausgeschieden / Tröpfcheninfektion)
  • Ansteckung über Kleidung, Schuhe oder Hände des Besitzers
  • Von unterschiedlichen Hunden gemeinsam genutztes Spielzeug oder Schlafplätze

Die Staupeerkrankung ist wieder verstärkt auf dem Vormarsch. Zum einen wird oft zu wenig geimpft, zum anderen bringen oftmals “Billigwelpen” aus dem Ausland den Erreger mit. In Hinterhöfen der Vermehrer wird kein Wert auf Hygiene gelegt und über Oberflächen verbreitet sich das Virus in Windeseile. Geimpft werden die dortigen Zuchthunde meist auch nicht. Manchmal werden die Welpen vermeintlich gesund gekauft und die Krankheit erst hinterher entdeckt. Die meisten Welpen überleben die Staupe nicht. Wenn doch, dann bleiben oft langfristige oder lebenslange Schäden zurück:

  • Blindheit
  • Koordinationsstörungen
  • Staupegebiss
  • Epilepsie

Neben Tollwut wird die Wichtigkeit einer Impfung auch bei Staupe sehr deutlich. Vor der Einführung eines Impfstoffes galt die Staupe als eine der gefährlichsten Hundekrankheiten überhaupt. Mehr als die Hälfte aller Hunde verstarben. Viele weitere behielten bleibende Schäden zurück.

Die Symtome sind sehr unterschiedlich. Je nachdem welche Körperregionen betroffen sind:

  • Atemschwierigkeiten
  • Krämpfe
  • Hautauschlag
  • Magen-Darm-Probleme
  • Pfotenballen weisen Verhornungen auf
  • Speicheln
  • Fieber oder Fieberschübe
  • Gleichgewichtsstörungen/Orientierungslosigkeit
  • Kopfschiefhaltung

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Hepatitis-Viren rufen eine Leberentzündung hervor. Dank der Impfung ist die Hepatitis beim Hund inzwischen selten geworden.

Der Übeltäter dieser Erkrankung ist das Adenovirus. Auch HCC ist hochgradig ansteckend. Dein Labrador könnte sich über folgende Wege anstecken:

  • Kot und Urin infizierter Tiere
  • Andere Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel)
  • Direkter Kontakt zu einem kranken Hund

Welpen werden von dier Krankheit oft sehr schnell dahingerafft. Auch erwachsene Hunde leiden sehr und können daran versterben. Eine Heilung gibt es für die Leberentzündung nicht. Der Tierarzt kann nur symptomatisch behandeln.

Die Tiermedizin unterscheidet drei verschiedene Arten von HCC.

1. Chronischer Verlauf

  • Unspezifische Symtome
  • Manchmal eingetrübtes Auge (einseitig/beidsesitig)
  • Nierenprobleme
  • Die Leber wird über einen längeren Zeitraum in Mitleidenschaft gezogen

2. Akuter Verlauf

  • Symptome ähnlich denen der Staupe
  • Typischer Fieberverlauf
  • Vermehrtes Saufen
  • Durchfall / Erbrechen
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Einblutungen Auge/Schleimhäute
  • Ausfluss aus Nase und Augen

3. Perakuter Verlauf

  • Hunde haben oftmals gar keine Symptome
  • Der Labrador verstirbt bei solch einem Verlauf innerhalb nur wenigen Stunden

Leptospirose

Leptospirose beginnt oft durch Fieber und Erbrechen, eventuell kommen Blutungen, Atemprobleme, Gelbsucht, Zittern, Nierenentzündungen und andere Symptome hinzu.

Die Leptospirose-Impfung soll jährlich, unter Umständen halbjährlich, erfolgen. Je nach Hersteller schützt der Impfstoff gegen unterschiedliche Serovare der Leptospirose-Bakterien. Aber leider nicht gegen alle.

Auch bei dieser Erkrankung sind Welpen wieder ganz besonders gefährdet. Es gibt langsame Verläufe und solche, die sehr plötzlich auftreten.

Der Erreger breitet sich dabei über die Blutbahn aus und kann somit jedes beliebige Organ erreichen. Häufig sind Nieren, Leber und Milz betroffen. Da es sich um eine bakterielle Infektion handelt, sind Anitbiotika das Mittel der Wahl. Besonder schwere Verläufe machen aber manchmal auch eine Sauerstoffgabe und/oder Blutwäsche unumgänglich.

Achtung:

Die Leptospirose zählt zu den Zoonosen. Dies bedeutet, sie kann vom Hund auf den Menschen übergehen und umgekehrt. Darum muss ein infizierter Hund umgehend dem Veterinäramt gemeldet werden.

Während in einigen Ländern die Leptospiroseimpfung nur für Hunde aus besonderen Risikogruppen empfohlen wird (WSAVA – World small animal veterinary association), zählt sie hierzulande immer noch zu den Core-Impfungen. Eben weil es sich um eine Zoonose handelt.

Übertragen wird die Krankheit über den Urin infizierter Tiere. Neben Hunden sind dies auch Wildtiere und Nager, wie z.B. Ratten. Die Aufnahme erfolgt dabei über Haut und Schleimhäute.

Gefahrenquellen sind unter anderem:

  • Gemeinsam genutze Näpfe
  • Gemeinsam genutzte Schlafplätze
  • Spielen mit Artgenossen
  • Belecken des eigenen Fells oder eines Artgenossen
  • Über Wasser verteilen sich die Erreger besonders gut. Wenn Dein Labrador also mit Begeisterung in jeden Tümpel und jede Pfütze springt, ist er besonders gefährdet.

Parvovirose

Die Parvovirose verläuft mit Fieber, Fressunlust, Durchfall und Apathie.

Wie bei den anderen Core-Vakzinen (mit Ausnahme der Leptospirose) ist die Wiederholungsimpfung alle zwei oder drei Jahre empfohlen.

Das Virus ist besonders gefürchtet, denn es hält sich ausgeprochen hartnäckig und ist darüber hinaus noch sehr aggressiv. Monatelang kann es ansteckend bleiben und herkömmliche Reiniger vermögen es nicht zu neutralisieren. Selbst viele gängige Desinfektionsmittel können es nicht vollkkommen unschädlich machen.

Wie immer sind die Ansteckungswege sehr einfach. Über Schmierinfektionen wird das Virus übertragen. So kann sich der Labrador durch den direkten Kontakt zu anderen Tieren anstecken, aber auch über Körperflüssigkeiten oder das Beschnüffeln von Kothaufen. Du selbst bist auch eine Gefahrenquelle für Deinen Hund, denn selbst mit Kleidung und Schuhen kannst Du das Parvovirus zu Dir nach Hause bringen. Die Inkubationszeit ist mit 2-3 Tagen sehr kurz.

Beim Tierarzt oder in der Hundeschule ist es ebenfalls gefährlich. Da sich das Virus über Oberflächen verbreiten kann, können solche Orte durchaus ein Übertragungsort sein.

Alte Hunde und Welpen rafft das Virus häufig innerhalb nur weniger Tage (manchmal innerhalb 24 Stunden) dahin. Doch auch gesunde und kräftige Hunde können der Parvovirose erliegen.

Die häufigsten Todesursachen sind dabei Dünndarm- und Hermuskelentzündungen. Ein besonders bekanntes Symptom für Parvo sind sehr wässrige Durchfälle mit Blutbeimengungen. Macht der Tierarzt ein Blutbild, dann wird oft ein drastischer Rückgang der weißen Blutkörperchen bemerkt.

Behandlung:

Die Behandlung eines erkrankten Tieres erfolgt auf einer Isolierstation. Infusionen sind das Mittel der Wahl um Dehydrierung zu verhindern. Wärmelampen oder Heizdecken können zum Einsatz kommen, wenn die Körpertemperatur absinkt. Auch Antibiotika und Passivimpfungen werden zur Bekämpfung eingesetzt.


Tollwut

Tollwut beim Labrador ist selten
Die Tollwut ist beim Labrador wegen der flächendeckenden Impfung selten

Die Tollwut verursacht eine Gehirnentzündung und verläuft immer tödlich.

Die meisten Säugetiere und – seltener – Vögel können sich infizieren.

Die Viren sind auch auf den Menschen übertragbar und führen hier ebenfalls zu einer lebensgefährlichen Infektion.

Die Ansteckung erfolgt durch Biss- oder Kratzwunden. In Europa wird die Tollwut hauptsächlich durch Füchse übertragen.

Dank großflächig eingesetzter Impfköder gilt die „klassische“ Fuchstollwut in Deutschland seit 2008 als ausgerottet. Allerdings kommen in Deutschland noch andere Tollwutviren (Fledermaustollwut) vor.
Je nach Wohnort mag es unnötig erscheinen, den eigenen Hund wiederholt gegen Tollwut impfen zu lassen.

Für die Grenzüberquerung ist der Nachweis des Tollwutschutzes allerdings zwingend. Innerhalb der EU dient dazu der EU-Heimtierausweis (siehe unten). Für Länder außerhalb der EU können andere Bestimmungen gelten.

Die Tollwut wird durch das Lyssavirus ausgelöst. Dies ist nicht nur für den eigenen Hund gefährlich, sondern auch für den Menschen. Hier handelt es sich also wieder um eine Zoonose.

Wichtig: Sollte Dein Hund nicht geimpft sein und es besteht der dringende Verdacht, dass er mit einem infizierten Tier Kontakt hatte, darf der Tierarzt keinen Rettungsversuch unternehmen. Gibt es also keinen Impfnachweis, wird der Vierbeiner leider umgehend eingeschläfert. Wurde er jedoch zuvor geimpft. so wird eine unterstützende Therapie eingeleitet.

Zu den typischen Symptomen der Tollwut gehören z.B.:

  • Lähmungen
  • Schluckbeschwerden
  • Speicheln / Schaum vorm Mund
  • Atemnot / Atemprobleme
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Heiseres Bellen
  • Hängende Zunge
  • Nervöses, aggressives oder bissiges Verhalten

Was ist der EU-Heimtierausweis?

EU Heimtierausweiss für Labrador
Der EU Heimtierausweis ist für die Reise mit dem Labrador ein Muss.

Der EU-Heimtierausweis ist seit 2004 für die Überquerung von EU-Grenzen mit Hunden, Katzen und Frettchen gesetzlich vorgeschrieben. Der Heimtierausweis dient dem Nachweis des Impfschutzes gegen Tollwut.
Die Heimtierausweise sind nicht einheitlich, aber sie müssen bestimmten Vorgaben genügen (Kennnummer auf jeder Seite, zweisprachig).

In Deutschland sind die meisten Tierärzte behördlich dazu ermächtigt, die EU-Heimtierausweise auszustellen.

Dazu muss das Tier eine gültige Tollwutimpfung besitzen und gekennzeichnet sein. Früher reichte eine Tätowierung als Kennzeichnung aus, seit 2011 ist die Kennzeichnung durch Microchip zwingend erforderlich.

Neben der Microchipnummer und den Implantationsdaten wird der Tierhalter mit Namen und Adresse in den Ausweis eingetragen. Dazu kommen eine Kurzbeschreibung des Tieres sowie alle Impfungen mit Datum, Gültigkeit und den Daten des Tierarztes.


Welche Impfungen gehören zu den Non-Core-Impfungen?

Es gibt einige Wahlimpfstoffe, mit denen nicht „standardmäßig“ geimpft wird. Das sind die Impfungen gegen

  • Herpesvirus,
  • Zwingerhusten (Parainfluenza),
  • Babesiose und
  • Borreliose.

Die Caninen Herpesviren lösen beim erwachsenen Hund selten schwere Erkrankungen aus. Allerdings verläuft die Infektion bei Welpen unter drei Wochen fast immer tödlich („Welpensterben“). Infiziert sich eine trächtige Hündin, führt dies oft zu Fehlgeburten oder kranken Welpen. Die Herpes-Impfung ist deshalb bei Zuchthündinnen empfehlenswert. Als einzige Impfung darf sie sogar noch während der Schwangerschaft gegeben werden.

Der Zwingerhusten ist ein Infekt der oberen Atemwege. Er wird durch Tröpfcheninfektion (anniesen, anhusten) übertragen. Das Infektionsrisiko für einen Hund steigt, wenn er viel Kontakt zu Artgenossen hat.

Welpengruppen, Hundeschulen, Hundeausstellungen, Tierheime, Tierpensionen oder Zwinger mit mehreren Hunden auf engem Raum erhöhen das Risiko.

Die Haltungsbedingungen des Hundes bestimmen also, ob eine Impfung gegen Zwingerhusten empfehlenswert ist. Von den Wahlimpfstoffen kommt diese Impfung häufig zum Einsatz. Sie wird jährlich wiederholt.

Die Babesiose wird durch parasitische Einzeller verursacht und durch Zeckenbisse übertragen. Es gibt drei Unterarten, die unterschiedliche Zeckenarten als Wirte benutzen und unterschiedlich starke Erkrankungen verursachen. Ursprünglich kam die Babesiose nur in Afrika und Südeuropa vor.

Auwaldzecke
Die Art Babesia canis canis breitet sich mit ihrem Überträger, der Auwaldzecke, langsam über Deutschland und Mitteleuropa aus

Die Art Babesia canis canis breitet sich mit ihrem Überträger, der Auwaldzecke, langsam über Deutschland und Mitteleuropa aus. Noch ist sie relativ selten, aber die Tendenz steigt.

Unbehandelt führt diese Form der Babesiose innerhalb weniger Tage zum Tod.

Die Impfung ist überdenkenswert, wenn der Hund nahe einem der Infektionsherde wohnt oder dort zu Besuch ist.

In Deutschland sind aktuell das Saarland und der Oberrhein besonders gefährdet.

Die Borreliose wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Die Borreliose-Impfung für Hunde ist allerdings problematisch.

Erstens wird angezweifelt, wie viel Schutz die Impfung tatsächlich verleihen kann: Kein Impfstoff schützt zuverlässig gegen alle Erreger der Borreliose.

Einige Impfstoffe richten sich gegen Erreger, die in Deutschland nur sehr selten vorkommen. Zweitens scheint der Impfstoff schlecht verträglich zu sein. Dadurch kann die Impfung selbst schwere Erkrankungen auslösen.

Ob eine Borreliose-Impfung für den eigenen Hund angebracht ist, sollte der Besitzer also kritisch hinterfragen.


Gibt es Risiken den Hund impfen zu lassen?

Ein Impfserum ist nichts anderes als ein Medikament und die haben bekanntlich immer Nebenwirkungen, Risiken und Begleiterscheinungen, die mal mehr oder weniger stark auftreten. Sogar Kopfschmerztabletten oder Hustenmittel können bei einigen Menschen ungewollte Reaktionen hervorrufen. Gleiches gilt für Wurmkuren, Salben oder andere Medikamente beim Hund.

Trotzdem wird bei Impfungen ganz besonders darauf gepocht, dass sie sehr gefährlich seien und häufig Nebenwirkungen hervorrufen. Dies ist jedoch Unsinn. Die zugelassenen Impfstoffe in Deutschland haben sich jahrzehntelang bewährt und sind gut verträglich. Die Herstrellung wird zudem sehr streng überwacht.

Schwere Komplikationen sind daher wirklich selten. Mildere Begleiterscheinungen einer Imfpung kommen jedoch durchaus vor. Sie zeigen allerdings auch an, dass das Immunsystem des Hundes mit einer Abwehrreaktion begonnen hat. Und genau die ist ja gewolllt.

Typische leichte Beschwerden nach einer Impfung umfassen:

  • Rötung und Schwellung der Einstichstelle
  • Der Injektionsort kann berührungsempfindlich sein und weh tun.
  • Dein Hund wirkt müde.
  • Leichtes Fieber.

All dies ist jedoch nur vorübergehend. Nach 1-2 Tagen ist der Spuk vorbei. Viele Hunde zeigen sogar gar keine Beschwerden.


Mögliche Komplikationen

Drastische Nebenwirkungen bei Impfungen sind Einzelfälle. Trotzdem wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sie vorkommen können. Wenngleich der Nutzen einer Impfung das minimale Risiko bei Weitem überwiegt.

Es werden unterschiedliche Schweregrade von Impfkomplikationen unterschieden:

Impschaden

Hier kommt es zu einer (teils sehr heftigen) allergischen Reaktion. Meist ist sie unmittelbar nach der Injektion und noch in der Praxis bemerkbar. Das Wohlbefinden und der eigentlich gute Gesundheitszustand verschlimmern sich dabei sehr schnell und sehr drastisch.

Auch  Abszesse an der Einstichstelle werden als Impfschaden angesehen.

Immpfdurchbruch

Dein Labrador erkrankt an einer Infektionskrankheit, gegen die er geimpft wurde. Dies kann in seltenen Fälle passieren, wenn:

  • es bereits vor der Impfung Kontakt zum Wildtyp des Erregers gab.
  • der Labrador zum Zeitpunkt der Impfung geschwächt oder krank war. Zum Beispiel durch Wurmbefall. Sein Immunsystem hat dann nicht ausreichend auf die Impfung reagiert, weil es gerade anderweitig beschäftigt war.
  • die Impfung nicht alle Erregerstämme abgedeckt hat.
  • Würmer, Flöhe und Co. schwächen das Immunsystem
  • mütterliche Antikörper die Immunantwort auf die Impfung beeinträchtigt haben.

Impferkrankung

Ein Produktionsfehler hat den Erreger nicht ausreichend abgeschwächt und der Hund wäre in diesem Fall mit dem völlig intakten Erreger in Berührung gekommen.

Diese Komplikation ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Zu engmaschig sind die Kontrollen bei der Produktion.

 

Welche Erfahrungen hast Du zum Thema Impfen gemacht? Hat Dein Hund die Impfung gut überstanden? Musste Dein Hund sterben, weil er nicht geimpft war? Oder musste Dein Hund wegen einer Impfung sterben? Bitte hinterlasse eine Nachricht!

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