Warum wurde der Labrador gezüchtet?

Wie bei vielen anderen Hunderassen auch, wurde die Zucht vom Labrador zu einem bestimmten Zweck durchgeführt.

Aufgrund seiner starken Körperstatur und der Fähigkeit das Apportieren schnell zu erlernen, erwies sich dieser Hund als ein exzellenter Begleiter zur Jagd. Der Labrador Retriever ist ursprünglich betrachtet ein reiner Jagdhund.

 

Labrador Avon
Buccleuch Avon (1885). Avon – ein Foto aus dem 19. Jahrhundert.

Zunächst wurde er vorrangig bei den Fischern eingesetzt, um Fische zu apportieren, die aus den Netzen gesprungen waren und später wurde er zur Jagd mitgenommen.
Seine Intelligenz und sein zutraulicher Charakter haben dem Labrador Hund im Laufe der Zeit zahlreiche Aufgabenbereiche erschaffen, um dem Menschen nützlich zur Seite zu stehen.

Heute kommt ein Labrador nicht nur bei der Jagd zum Einsatz, sondern er wird oft als Blindenhund ausgebildet, als Rettungshund und Therapiehund. Die Bandbreite ist sehr facettenreich.

Wer waren die Vorfahren des Labradors?

Eine schnelle Antwort könnte heißen: Der Labrador stammt vom Wolf ab. Aber das tun schließlich alle heute bekannten Hunderassen.

Der Labrador Ursprung findet sich beim Neufundländer. Wenn gleich diese Rasse um einiges größer und mit deutlich dichterem Fell ausgestattet ist, liegt der Ursprung für den Labrador dort.

Eine wirklich exakte Auskunft über die wahre Herkunft und dem Werdegang der Züchtung wird man nur schwer finden, denn es gibt diesbezüglich zahlreiche Theorien und Versionen.

Ein Ausflug in die Geschichte

Ben of Hyde
Ben of Hyde: der erste gelbe Labrador?

Um ein wenig mehr von der Geschichte und dem Ursprung des Labradors erfahren zu können, muss man in der Zeit einige Jahrhunderte zurück reisen. Nämlich zu jener Zeit, als Christopher Columbus die angeblich neue Welt entdeckte.
Im 15. Jahrhundert betrieben westliche Seemächte, wie Portugal, Spanien, Frankreich oder auch Großbritannien regen Handel mit der Neuen Welt. An der Ostküste von Kanada sowie der vorgelagerten Insel Neufundland waren es vor allem die Briten, die hier ihren Handel betrieben.

Um sich zu ernähren musste man auch dort auf die Jagd gehen. Hierzu brachten die Europäer ihre eigenen Hunde mit. Darunter befanden sich laut Geschichte Bloodhounds, Hütehunde, Wasserhunde und Spaniels.

Eine wahrlich vielfältige Mischung verschiedenster Rassen kamen so bei der Jagd zum Einsatz. Vermutungen gehen dahin, dass es ist nicht auszuschließen ist, dass daraus irgendwann eine komplett neue Rasse entstand: der Neufundländer.

Was hat der Neufundländer mit dem Labrador zu tun?

Vom Neufundländer gab es später schließlich zwei verschiedene Schläge. Der eine war groß, kräftig und mit dichten Fell besetzt und der andere eher etwas schlanker und mit dünneren Fell. Der kleinere Typ wurde auch als St. John’s Dog bezeichnet, da er vorrangig in der Region rund um St. John’s zu sehen war.

Heute vermutet man, dass es sich hierbei um die erste Erscheinung vom späteren Labrador Hund handelte. Da es zur damaligen Zeit keine eindeutigen Bezeichnungen für die Rassen gab und Autoren aus jener Zeit den Hunden verschiedene Namen gaben, bleibt es bis heute nur eine Vermutung, woher der Labrador tatsächlich stammt. Sicher scheint jedoch eines, dass er vom Neufundländer abstammt.

Kanada oder Großbritannien? Was stimmt als Ursprung für den Hund?

Im Grunde genommen beides. Da der Labrador vom Neufundländer abstammt und dieser nachweislich auf Neufundland vor Kanada lebte, ist das der erste Hinweis auf den Ursprung Kanada.

Trotzdem liest man immer wieder, dass der Labrador ein britischer Rassehund ist. Das ist damit zu begründen, weil letztendlich die eigentliche Zucht des heutigen Labradors in Großbritannien stattfand.

Die britischen Besatzer waren besonders angetan von dem freundlichen und lernwilligen Hund, der so vielseitig eingesetzt werden konnte.

Diese waren es auch, die letztendlich den Hund von Kanada mit nach Großbritannien nahmen, um ihn dort gezielt für den jagdfreudigen Adel weiter zu züchten.

Als Urvater der Labrador Züchtungen gilt der zweite Earl of Malmesbury. Er war es, der von dem aus Neufundland mitgebrachten St. John’s Dog angetan war und sich der Züchtung annahm.

Wann wurde der Labrador erstmalig benannt?

Erst im Jahre 1814 unterschied man ganz offiziell zwischen dem Neufundländer und dem schlankeren Labrador Hund.
1870 wurde erstmals der Name Labrador Retriever für diese Rasse als Bezeichnung verwendet. Der Name setzt sich im Grunde genommen aus zwei Teilen zusammen:

Labrador Canada
Labrador Region in Canada. – Ursprung des Labrador Retrievers

Labrador – steht für die Herkunft von der Labrador Halbinsel von Kanada
Retriever – steht für die Fähigkeit, sehr gut zu apportieren (to retrieve = zurückbringen)

Es dauerte jedoch noch ein wenig, bis man den Labrador Retriever offiziell anerkannte. Erst 1903 und zwar im Juli, wurde dieser Hund erstmals bei einer Ausstellung zugelassen. Das sollte der Beginn einer märchenhaften Karriere sein, denn bis heute zählt diese Rasse zu den beliebtesten Hunden weltweit.

Berühmte und bemerkenswerte Labrador Retriever

Agata

Sie war eine Drogenspürhündin aus Kolumbien. Sie erledigte ihre Arbeit so gut und zuverlässig, dass Drogenbarone des Landes im Jahr 2004 ein Kopfgeld auf die gelbe Labradorhündin in Höhe von 10000 US-Dollar aussetzten. Agata und ihr Hundeführer bekamen daraufhin einen Bodyguard an die Seite gestellt. Im Laufe ihrer Spürhundkarriere fand sie mehrere Hundert Kilo Kokain im Wert von ca. 7 Millionen US-Dollar und rund 20 Kilo Heroin.

Buddy

Während Bill Clintons Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten wohnte Buddy mit im Weißen Haus. Er war ein schokoladenfarbiger Labrador Retriever.

Ben of Hyde

Er war der erste registrierte gelbe Labrador Retriever. Er trägt die Kennel Club Nummer 55698. Er stammt aus der Zucht von Major Radclyffe und wurde im Jahre 1899 geboren.

Cora

Sie ist ein Mischling aus Labrador und Golden Retriever. Sie ist ein bekannter Blindenführhund in England und besitzt als einziger Hund die Auszeichnung „Freedom of the City of London“. Diese Auszeichnung wird seit dem Jahr 1237 verliehen und dekoriert Persönlichkeiten, die mit ihrer Arbeit nicht nur besonders erfolgreich sind, sondern einen gewissen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erlangt haben.

Endal

Der gelbe Labrador lebte mit seinem Besitzer in England und ist der Hund mit den meisten Auszeichnungen weltweit.

Ihm verliehene Preise umfassen zum Beispiel:

  • Dog of the Millenium
  • PDSA Gold Medal
  • Dog of the Year
  • Local Hero Award
  • Assistant Dog of the Year
  • Blue Peter Badge

Dabei wäre es beinahe gar nicht zu dieser sagenhaften Karriere als Assistenzhund gekommen. Endal litt seit Geburt an Osteochondrose. Seine Fähigkeiten waren jedoch einmalig. Er kannte hunderte Kommandos und Handzeichen.

Er konnte unter anderem eine Person in die stabile Seitenlage bringen, Wäsche in die Waschmaschine laden, Schalter betätigen, beim Einkaufen helfen, die Türen von Zügen öffnen und einen EC-Automaten bedienen. Er war zudem der erste Hund, der mit Londons Riesenrad (London Eye) fuhr.

Salty

Eine treue, mutige und nervenfeste Blindenführhündin muss Salty gewesen sein. Bei den Angriffen auf das World Trade Center in New York blieb die gelbe Labradorhündin an der Seite ihres Besitzers Omar Riviera und half ihm mehr als 70 Stockwerke hinunter. Beide konnten den Tower 1 verlassen, ehe das Gebäude in sich zusammenfiel. Riviera schickte seinen Blindenhund fort, um dem Vierbeiner größere Überlebenschancen einzuräumen, doch Salty verließ ihr Herrchen nicht. Sie wurde später mit der „Dickin Medal“ ausgezeichnet.

Roselle

Die Blindenführhündin geleitete ebenfalls ihren Besitzer Michael Hingson aus dem Tower 1 des World Trade Centers. Beide befanden sich im 78. Stock, als das Flugzeug in den Turm krachte. Die Hündin stoppte im Treppenhaus nur kurz, um die Feuerwehrleute zu begrüßen. Während des Abstiegs und anschließend im Freien blieb die Hündin trotz Chaos und umherfliegender Trümmerteile ruhig und konzentriert. Zu Hause spielte sie mit Hingsons altem Blindenhund, als sei nichts Aufregendes passiert. Auch Roselle erhielt die „Dickin Medal„. Nach ihrem Tod im Jahre 2011 schrieb ihr Besitzer das Buch „Thunder Dog“.

Jake

Als Welpe wurde der schwarze Labrador Jake mit gebrochenem Bein gefunden und wuchs zu einem zertifizierten Rettungshund heran. Im September 2001 half er unermüdlich bei der Suche nach Opfern und Überlebenden nach den Angriffen aufs World Trade Center. Auch nach dem verheerenden Hurrikane Katrina kam Jake zum Einsatz und half bei den Rettungs- und Suchaktionen.

Willie

Der Labrador rettete im Jahr 2000 den 6 Jahre alten John Stenglein vor einem Wolfsangriff in Alaska. John spielte mit einem anderen Jungen am Rande eines Holzfällerlagers, als der Wolf auftauchte, ihn angriff und ihn Richtung Wald zerrte. John trug einige Verletzungen davon, doch Labrador Willie kam rechtzeitig, um Schlimmeres zu verhindern. Der Wolf wurde später vom Vater des Jungen erschossen.

Zanjeer

Ein Spürhund aus Indien, der sich bei der „Bomb Detection and Disposal Squad“ in Mumbai einen Namen machte. Er erschnüffelte und entdeckte zahlreiche explosive Substanzen während seiner Einsatzzeit. Darunter Hunderte Zünder, Militärbomben, mehr als 200 Granaten, Benzinbomben, Gewehre, Pistolen und viele Sprengstoffe wie z.B. das hochexplosive und giftige RDX. Nach seinem Tod bekam er ein Staatsbegräbnis.

Eclipse

Die schwarze Labradormix-Hündin fährt jeden Tag mit dem Bus in einen nahe gelegenen Hunde-Park. Ganz allein! Als ihr Herrchen eines Tages zu lange für seine Zigarette brauchte, hopste Eclipse einfach alleine in den Bus und stieg wie gewohnt am Belltown Hundepark aus. Jeder Busfahrer der Linie D kennt den tierischen Fahrgast und die Passagiere lieben die vierbeinige Mitfahrerin. Die Hündin sitzt wie jeder andere Gast brav auf einem Sitz. Um ihren Hals trägt sie ihre Fahrkarte. Sie ist eine kleine Berühmtheit in Seattle und hat sogar ihre eigene Facebook-Seite.

Ubu Roi

Er war der Hund von Gary David Goldberg, dem Fernsehproduzent und Gründer von Ubu-Productions. Goldberg hatte den schwarzen Labrador bereits während seiner College-Zeit und bereiste mit dem Hund später die Welt. Der Labrador wurde zum Maskottchen seiner Produktionsfirma. Ein Bild des Hundes mit einer Frisbee im Maul wird bei Ubu-Produktionen am Ende des Abspanns gezeigt. Im Hintergrund hört man Goldbergs Stimme, die sagt „Sit, Ubu, sit! Good dog.“

Der Labrador als Star

Hollywood ist auf den Hund gekommen!
Der Labrador begeisterte nicht nur den britischen Adel im vergangenen Jahrhundert, sondern eroberte die Herzen weltweit. Sogar Hollywood ist auf den Hund gekommen und es kam zu vielen Filmen, bei denen der Labrador Retriever die treue Seele als Familienhund einnahm.
Doch damit nicht genug. Es wurden schließlich auch Filme gedreht, bei denen der Hund die Hauptrolle übernahm und zum heimlichen Helden so mancher Filmproduktion wurde.

Filme mit Labrador Hunden:

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Marley & Ich (Mehr Infos)
Marley & Ich 2(Mehr Infos)
Ein Hund rettet Weihnachten (Mehr Infos)
Ein Hund rettet die Weihnachtsferien (Mehr Infos)
Quill – Ein Freund für’s Leben (Mehr Infos)
Snow Buddies – Abenteuer in Alaska (Mehr Infos)

Prominente Schauspieler und ihre Labrador Retriever

Nicht nur in Filmen ist diese Rasse beliebt. Selbst namhafte Schauspieler aus Hollywood halten sich einen Labrador Retriever als getreuen Gefährten. Die Liste ist lang.

Diese Hollywoodgrößen haben oder hatten alle einen Labrador Retriever:

Gwyneth Paltrow mit Holdon
Jennifer Garner mit Martha Stewart
Kevin Spacy mit Legacy
Arnold Schwarzenegger

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In den Königshäusern Europas

König Willem mit Familie und Labrador
König Willem mit Familie und Labrador

In Großbritannien begann die sagenhafte Karriere vom Labrador. Da ist es nicht verwunderlich, dass Prinz William auch ein stolzes Herrchen von einem solchen Hund ist.

Ein Blick in das Königreich von den Niederlanden zeigt auch hier, dass ein Labrador zur königlichen Familie gezählt wird. Skipper heißt der Labrador Retriever der niederländischen Königsfamilie von König Willem.

„The First Dog“ Labrador Hunde an der Seite von Präsidenten

Bill Clinton mit einem seiner Labradore
Bill Clinton mit einem seiner Labradore

Sogar der einst „mächtigste Mann der Welt“ war von dem Labrador angetan. Im Weißen Haus lebten an der Seite vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gleich zwei dieser Hunde. Buddy und Seamus waren die treuen Seelen vom Präsidenten.

Vielleicht nicht ein „First Dog“ aber auch ein Hund, der an der Seite eines sehr mächtigen Mannes lebt: Labrador Retriever Koni ist der Hund vom russischen Präsidenten Vladimir Putin.
Allein dieser kleine Auszug zeigt, dass der Labrador Retriever ein wahrlich beliebter Hund ist und das nicht nur bei einfachen Familien, sondern sogar bei Prominenten und mächtigen Politikern.

Kennst Du einen Prominenten mit einem Labrador? Kennst Du eine interessante Geschichte zum Labrador? Bitte hinterlasse einen Kommentar!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wir haben einen 1 Jährigen raben schwarzen Labrado, haben ihn mit 8 Wochen bekommen.
    Sami war und ist sehr Temprament voll. auch lernt er seeeehr schnell so ZB wenn er zanken
    kann und mit wem er den (Jolli) heist nicht gehorchen aus lachen irgend welche Lieblingssachen von mir klauen und damit wegrennen, da er genau weis das ich Gehbehindert bin und nicht so schnell hinter her kann. aber die meiste Zeit gehorcht er endlich auch mir doch er hat einen riesenSpass etwas zu mopsen und weg zu rennen da bei schaut er mich dann immer ganz Schadenfroh an und grinsst über sein ganzes Hundegesicht. Doch nach kurze Zeit gibt er es Unbeschadet wieder legt sich neben mich und schaut mich fragend an “ hab ich doch toll gemacht oder“ ich kan Sami fast nie böse sein weil er ist sehr Lieb und kann soooo bittend schauen. Übrigens bei Frauchen und Herrchen Mopst er nichts da ist er auch nicht frech weil er genau weis das würde richtig Ärger geben.

    1. LabradorSeite.de

      Hallo Marion!

      Da habt Ihr ja einen richtigen Schelm bei Euch zu Hause 😀
      Schön zu lesen, dass Euer Labrador so viel Freude bringt. Er ist ja auch im besten Teeny-Alter. Da werden schon mal die Grenzen gerne ausgetestet.
      Ich wünsche Dir viel Freude mit Spaßvogel Sami und viele gemeinsame Labbi-Jahre.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

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